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Kim Dotcom
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Kim Dotcom (* 21. Januar 1974 in Kiel als Kim Schmitz) ist ein in Neuseeland ansĂ€ssiger Internetunternehmer mit deutscher und finnischer StaatsbĂŒrgerschaft. Er ist GrĂŒnder der Sharehoster-Dienste Megaupload und Mega. Dotcom trat zuerst als Black-Hat-Hacker an die Ăffentlichkeit, was ihm rechtskrĂ€ftige Verurteilungen einbrachte. Seit 2012 ermittelt das FBI wegen mutmaĂlicher Verletzungen des US-amerikanischen Copyright-Law im Zusammenhang mit Megaupload.
Contents
âą Biographie
âą Werdegang
âą Privatleben
âą Unternehmen
âą Mega
âą Diskografie
âą Alben
âą Singles
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Biographie
Werdegang
Kim Schmitz wurde in Kiel geboren. Sein Vater war KapitÀn auf der MS Deutschland; seine Mutter arbeitete als Köchin und stammt aus der westfinnischen Stadt Turku.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]cite-ref-telegraph-2012-03-19-3-0[3] Schmitz wuchs in Kiel-Mettenhof auf und besuchte die Heinrich-Harms-Hauptschule in Plön.cite-ref-4[4] Nach eigenen Angaben war seine Kindheit durch die Alkoholkrankheit seines Vaters geprÀgt.cite-ref-5[5]
Schmitz trat Mitte der 1990er Jahre zum ersten Mal unter dem Pseudonym Kimble als Computer-Hacker an die Ăffentlichkeit. FĂŒr groĂes Aufsehen sorgte seine Demonstration des Blue-Box-Verfahrens in der Fernsehsendung Plusminus. Er war Mitglied der damals florierenden Mailbox-Szene mit seinen Mailboxen Beverly Hills BBS und House of Coolness BBS, in denen unter anderem Warez gehandelt wurden. Er soll die Nachrichten der Nutzer seiner Box mitgeschnitten haben und auf diese Weise von Hackern Insiderinformationen ĂŒber Schwachstellen im Telefonsystem und in der Software erfahren haben.cite-ref-hackertales-6-0[6] Bezahlen lieĂ er sich unter anderem mit gestohlenen Calling-Card-Daten, die er weiterverkaufte.cite-ref-hackertales-6-1[6] SpĂ€ter betrieb er eine Partyline, die sich zum Forum von Phreakern entwickelte und in der er wiederum durch Mithören aktuelle Informationen sammelte.cite-ref-hackertales-6-2[6]
Schmitz begann aufgrund dieser Informationen mit der Herstellung von Magnetkarten mit gefĂ€lschten Zahlungsinformationen. Bei einer Hausdurchsuchung wegen des Verdachts von Schwarzkopien in den Mailboxen wurden bei ihm âHunderte von gefĂ€lschten Kredit- und Telefonkartenâ gefunden.cite-ref-hackertales2-7-0[7] Schmitz wechselte unter dem Druck der strafrechtlichen Ermittlungen die Seiten und gab Informationen ĂŒber die Raubkopien- und Kreditkartenszene an Ermittler weiter. Er arbeitete in der Folge fĂŒr den Rechtsanwalt GĂŒnter Freiherr von Gravenreuth und lieferte diesem als âTestbestellerâ Informationen ĂŒber Raubkopien.cite-ref-8[8] Diese TĂ€tigkeit wurde im Prozess zu seinen Gunsten anerkannt, sodass er 1994 wegen Betrugs, Computerbetrugs, gewerbsmĂ€Ăiger Bandenhehlerei und Missbrauchs von Titeln zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf BewĂ€hrung verurteilt wurde.cite-ref-9[9]cite-ref-urteil-1994-reprint-10-0[10]
Nach Aussagen von Schmitz bekam er von einem Bekannten aus der Szene Hinweise auf eine Schwachstelle im GSM-System von Deutsche Telekom Mobil D-1 (heute Telekom Deutschland GmbH). Im Gegenzug fĂŒr Stillschweigen erhielt er einen Beratervertrag bei DeTeMobil.cite-ref-hackertales2-7-1[7] Mit den Erlösen aus dem Beratervertrag grĂŒndete Schmitz in MĂŒnchen die Firma Data Protect Consulting GmbH,cite-ref-11[11] die er schlieĂlich zu 80 Prozent an den TĂV Rheinland verkaufte. Schmitz behielt 20 Prozent der Anteile. Die GmbH meldete 2001 Insolvenz an.cite-ref-12[12] In einem Interview 2001 behauptete er, Systeme der Citibank gehackt und 20 Millionen US-Dollar an Greenpeace ĂŒberwiesen zu haben, was Greenpeace unter Verweis auf seine Rechnungsberichte bestritt.cite-ref-wired-13-0[13]
InsidergeschÀfte
Im Jahr 2001 erklĂ€rte Schmitz, dem krĂ€nkelnden Unternehmen letsbuyit.com mit 50 Millionen Euro wieder auf die Beine zu helfen.cite-ref-14[14] Diese Zahlung sollte ĂŒber die frisch gegrĂŒndete Risikokapitalgesellschaft Kimvestor AGcite-ref-15[15] erfolgen. Die Gesellschaft sorgte fĂŒr Skandale durch mutmaĂlich fehlende RechtsfĂ€higkeit, unvollstĂ€ndige Informationsprospekte fĂŒr die AktionĂ€re, Aktien durchweg ohne Stimmrecht, einmal zu- und einmal absagende AufsichtsrĂ€te sowie zweifelhafte LiquiditĂ€t.cite-ref-16[16] Die angekĂŒndigte Investition wurde nie getĂ€tigt. Da der Kurs bereits einen Tag vor Bekanntgabe der Zwischenfinanzierung hochgeschnellt war, nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Insiderhandels auf. In dieser Zeit fiel er auch durch verschiedene öffentlichkeitswirksame Aktionen auf. So setzte er beispielsweise ein Kopfgeld auf Osama bin Laden auscite-ref-17[17] und behauptete, mit dem FBI zusammenzuarbeiten. Die von ihm gegrĂŒndete Organisation Young Intelligent Hackers Against Terrorism (Yihat), die in terroristisch genutzte Netze und Rechner eindringen sollte, konnte keine Erfolge vermelden. Stattdessen wurde die Website der Gruppe selbst von anderen Hackern mehrfach manipuliert.cite-ref-18[18]
Im Januar 2002 floh er in die thailĂ€ndische Hauptstadt Bangkok und errichtete eine neue Webseite, die als Suizid-AnkĂŒndigung verstanden werden konnte. Stattdessen prĂ€sentierte er sich am angegebenen Datum als King Kimble the First, Ruler of the Kimpire (âKönig Kimble der Erste, Herrscher des Kimperiumsâ).cite-ref-wired-13-1[13] Am 18. Januar 2002 wurde er in Thailand festgenommencite-ref-19[19] und mit seiner Zustimmung an Deutschland ausgeliefert. Er wurde im Mai 2002 vom Amtsgericht MĂŒnchen wegen Insiderhandels zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe zur BewĂ€hrung und 100.000 Euro Geldstrafe verurteilt.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] Das Gericht befand Schmitz fĂŒr schuldig, ĂŒber InsidergeschĂ€fte mit Aktien der Firma letsbuyit.com N.V. etwa eine Million Euro Gewinn erzielt zu haben.cite-ref-22[22]
Nach seiner Verurteilung zog Schmitz nach Hongkongcite-ref-wired-13-2[13] und kĂŒndigte verschiedene neue GeschĂ€fte an, darunter die Firma Trendax Inc., die mit Hilfe von kĂŒnstlicher Intelligenz garantierte Börsengewinne erwirtschaften sollte.cite-ref-23[23] Weiterhin erweckte sein Lebensstil die Aufmerksamkeit der Medien. Ende 2004 plante Schmitz eine siebentĂ€gige StraĂenrallye namens Ultimate Rally fĂŒr 2006,cite-ref-register-24-0[24] die aber nie stattfand. Anfang 2007 wurden die Web-Auftritte von Schmitzâ bisherigen Projekten, wie z. B. Kimpire und Trendax, sowie seine Website kimble.org aus dem Web entfernt. Ende 2007 erschienen Berichte, die ihn mit dem Sharehoster Megaupload in Verbindung brachten.cite-ref-25[25] Schmitz bot dem Szeneportal gulli.com Geld in Form einer Werbebuchung an, damit diese Verbindung nicht veröffentlicht werde.cite-ref-26[26]
Kim Dotcom in Neuseeland
Im Februar 2010 schloss Schmitz einen Mietvertrag fĂŒr das Chrisco Mansioncite-ref-27[27] in Coatesville mit der Option ab, dieses als teuerste Privatimmobilie Neuseelands geltende Anwesen im Wert von 15 Millionen Euro spĂ€ter zu erwerben.cite-ref-28[28] Seitdem tritt Kim Schmitz als Kim Dotcom auf.cite-ref-dfisher-29-0[29] Laut einem Artikel des Magazins Investigate vom April 2010 ist Dotcom in den Firmenarchiven von Hongkong unter dem Namen Kim Tim Jim Vestor verzeichnet. Angeblich fungiere er als GeschĂ€ftsfĂŒhrer von unter anderem Megaupload Ltd. und Megarotic Ltd.cite-ref-30[30] Als MitbegrĂŒnder von Megaupload wurde Dotcom 2011 wegen mutmaĂlicher Urheberrechtsverletzungen von dem Unternehmen Perfect 10, das im Bereich urheberrechtlich geschĂŒtzter erotischer Werke und Medien tĂ€tig ist, auf 5 Millionen US-Dollar Schadenersatz verklagt.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]cite-ref-33[33] Das Verfahren endete mit einem Vergleich in unbekannter Höhe.cite-ref-34[34]
Im Juni 2010 beantragte Kim Dotcom eine Aufenthaltsgenehmigung fĂŒr Neuseeland.cite-ref-fisher2014-35-0[35] In einem Online-Interview mit dem New Zealand Herald erklĂ€rte er, die neuseelĂ€ndische Einwanderungsbehörde habe sich unter AbwĂ€gung seiner diversen Straftaten und geplanten GeschĂ€ftsinvestitionen fĂŒr die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung entschieden.cite-ref-36[36] Der Erwerb mehrerer Immobilien wurde ihm allerdings durch das neuseelĂ€ndische Overseas Investment Office versagt.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38] Einen Monat nach Erteilung der Aufenthaltsgenehmigung gaben Dotcoms AnwĂ€lte bekannt, dass er in Hongkong wegen VerstöĂen beim Börsenhandel angeklagt sei. Da dies bei dem Antrag nicht angegeben worden war, prĂŒfte die neuseelĂ€ndische Einwanderungsbehörde eine Abschiebung Dotcoms, entschied sich schlieĂlich jedoch dagegen.cite-ref-fisher2014-35-1[35] Im Oktober 2014 wurde bekannt, dass Dotcom beim Stellen des Aufenthaltsantrags auch eine Verurteilung in Neuseeland aus dem Jahr 2009 wegen gefĂ€hrlichen Fahrens (Ăberschreiten des Tempolimits um 99 km/h) verschwiegen hatte. Die Behörden prĂŒften erneut eine mögliche Ausweisung.cite-ref-fisher2014-35-2[35]cite-ref-39[39]
Ăberwachung durch die NSA
Die Nationale Sicherheitsbehörde (NSA) ĂŒberwachte Kim Schmitz vom 16. Dezember 2011 bis zum 22. MĂ€rz 2012. Der frĂŒhere neuseelĂ€ndische Premierminister John Key hatte allerdings vorher nur rund einen Monat Ăberwachungszeit eingestanden. Damit ĂŒberwachte die NSA Schmitz rund zwei Monate illegal.cite-ref-40[40] Die Aktion wurde in Akten des neuseelĂ€ndischen Geheimdienstes BĂŒro fĂŒr Staatskommunikationssicherheit dokumentiert, die dem New Zealand Herald vorlagen.cite-ref-41[41]
Ermittlungen durch das FBI und Auslieferung an die USA
Am 19. Januar 2012 wurde Dotcom im Zusammenhang mit einer Razzia auf seinem Anwesen zusammen mit drei weiteren Personen in Neuseeland verhaftet. Die Razzia wurde spĂ€ter fĂŒr illegal erklĂ€rt (s. u.). Gegen Dotcom wurden wegen mutmaĂlicher Copyright-Verletzungen im Zusammenhang mit Megaupload ein Haftbefehl aus den Vereinigten Staaten und ein Auslieferungsbegehren des FBI eröffnet.cite-ref-42[42] Megaupload soll den Inhabern der Urheberrechte einen Schaden von mehr als 500 Millionen Dollar zugefĂŒgt haben.cite-ref-43[43] Bei einer Verurteilung in den USA drohen Dotcom Haftstrafen bis zu 20 Jahren. Zwei Versuche, die Untersuchungshaft gegen Kaution zu verlassen, wurden mit dem Hinweis, es bestehe eine zu hohe Fluchtgefahr, abgelehnt.cite-ref-44[44] Alle Mega-Dienste wurden abgeschaltet.cite-ref-45[45]
Am 22. Februar 2012 gewĂ€hrte ein neuseelĂ€ndischer Richter Kim Dotcom die Freilassung gegen Kaution, da ohnehin das gesamte Dotcom-Vermögen (ca. 175 Millionen US-Dollar)cite-ref-46[46] beschlagnahmt wurde und wegen seiner Familie keine Fluchtgefahr bestehe.cite-ref-47[47] Im MĂ€rz erhöhte ein neuseelĂ€ndischer Richter den Unterhalt, den Dotcom monatlich aus seinem Vermögen erhĂ€lt, auf 60.000 Neuseeland-Dollar (damals ca. 37.000 Euro). Zudem erhielt Dotcom seinen Mercedes zurĂŒck.cite-ref-olk-48-0[48]
Anfang MĂ€rz 2012 beantragten die Vereinigten Staaten Dotcoms Auslieferung,cite-ref-49[49] zu der die Anhörung mehrmals vertagt wurde, um offene Rechtsfragen zu klĂ€ren.cite-ref-50[50]cite-ref-51[51] In den USA wehrt sich Dotcom gegen die Strafverfolgung und beruft sich darauf, dass das US-Unternehmenstrafrecht keine Verfolgung von auslĂ€ndischen Unternehmen zulasse, die keine BĂŒros in den Vereinigten Staaten unterhalten.cite-ref-52[52] In einem Interview von 3News-Journalist John Campbell, das im MĂ€rz 2012 ausgestrahlt wurde, wies Dotcom alle Anschuldigungen von sich. Er berief sich auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA), der Internetdienste schĂŒtze, wenn sie auf Aufforderung von Rechteinhabern gegen Copyrightverletzungen vorgehen. Megaupload habe darĂŒber hinaus mehr als einhundert Unternehmen die Möglichkeit geboten, selbst auf die Datenbanken zuzugreifen und Dateien zu löschen. Der Electronic Communications Privacy Act habe Megaupload jedoch verboten, selbst aktiv nach Verletzungen zu fahnden. Megaupload sei nicht verantwortlich fĂŒr die von Nutzern hochgeladenen Dateien gewesen, was auch jeder Uploader habe bestĂ€tigen mĂŒssen.cite-ref-53[53]cite-ref-54[54] Im Juni 2012 entschied der neuseelĂ€ndische High Court, dass Durchsuchung und Beschlagnahmen rechtswidrig waren und die dadurch erlangten Daten nicht an die amerikanischen Ermittler hĂ€tten herausgegeben werden dĂŒrfen,cite-ref-55[55]cite-ref-56[56] weil die Durchsuchungsanordnung rechtswidrig ausgestaltet war und die Ăbergabe der beschlagnahmten DatentrĂ€ger an das FBI und deren Weiterleitung in die USA gegen eine ausdrĂŒckliche Anweisung verstieĂen. Ende August 2012 erreichte Dotcom vor dem High Court die Herausgabe von sechs Millionen Neuseeland-Dollar aus seinem eingefrorenen Vermögen sowie das Recht, mehrere beschlagnahmte Autos zu verkaufen. Mit dem Geld will Dotcom seinen Lebensunterhalt sowie die Anwaltskosten finanzieren.cite-ref-57[57]
Der neuseelĂ€ndische Premierminister John Key entschuldigte sich Ende September 2012 öffentlich dafĂŒr, dass Dotcom nicht den ihm in Neuseeland zustehenden Schutz vor unrechtmĂ€Ăiger Strafverfolgung erhalten habe.cite-ref-58[58] Dotcom und andere Personen waren vom neuseelĂ€ndischen Nachrichtendienst vor der Razzia abgehört worden.cite-ref-59[59] Dieser darf jedoch laut neuseelĂ€ndischem Gesetz keine BĂŒrger oder stĂ€ndigen Bewohner des Landes ĂŒberwachencite-ref-60[60] â Dotcom gilt als solcher. Auch wurden Daten von Dotcoms Rechnern ungesetzlich vom FBI kopiert und in die USA geschafft.cite-ref-61[61] In einer parlamentarischen Anhörung zu einem Gesetzesvorschlag, diese Rechte der Bewohner Neuseelands zu beschneiden, sagte Dotcom im Juli 2013 aus, dass ihn Key sehr wohl bereits vor der Razzia gekannt hatte, und bezichtigte ihn damit einer LĂŒge.cite-ref-62[62] Ende Mai 2013 ordnete das höchste Gericht Neuseelands die Freigabe der IT-Ausstattung Dotcoms an.cite-ref-63[63]
Anfang Februar 2014 kam es zu einer erfolgreichen Anfechtung der Entscheidung des Obersten Gerichts vom 28. Juni 2012. Demnach war die Razzia in der Villa von Kim Dotcom nahe Auckland gesetzeskonform, wobei das Gericht anmerkte, dass die Ăbergabe von geklonten Festplatten Dotcoms an US-Behörden jedweder Grundlage entbehrte.cite-ref-64[64] Die Beweissicherung der neuseelĂ€ndischen Behörden im Auslieferungsverfahren wurde Ende November 2015 abgeschlossen. Im Dezember 2015 wurde ein Richterspruch veröffentlicht, der Dotcoms Auslieferung an die USA erlaubt.cite-ref-65[65]cite-ref-66[66] Seine AnwĂ€lte kĂŒndigten Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts an.cite-ref-67[67]
Im August 2016cite-ref-68[68] wurde durch Dotcoms AnwĂ€lte ein neuer Versuch unternommen, seine Auslieferung an die USA durch ein Gerichtsverfahren zu verhindern.cite-ref-69[69] Im Februar 2017 wurde von einem zweiten Gericht in Neuseeland bestĂ€tigt, dass der deutsche Internetunternehmer ausgeliefert werden darf, zwar nicht wegen Urheberrechtsverletzung, jedoch wegen Betruges.cite-ref-70[70] Anfang Juli 2018 scheiterte Dotcoms Berufung gegen dieses Urteil. Dotcom klagte beim Supreme Court Neuseelands gegen seine Auslieferung in die USA.cite-ref-71[71]cite-ref-72[72] Der Supreme Court reduzierte die Zahl der möglichen Anklagepunkte und verwies die Entscheidung wegen Formfehlern zurĂŒck. Am 21. Dezember 2021 entschied der Supreme Court Neuseelands mit der Abweisung von Dotcoms Berufung, dass Dotcom an die USA ausgeliefert werden darf.cite-ref-73[73]cite-ref-74[74] Im August 2024 wurde bekannt, dass der Justizminister Neuseelands, Paul Goldsmith, die Auslieferungsanordnung unterzeichnet hat.cite-ref-75[75]
Andere AktivitÀten
Kim Dotcom verfĂŒgt ĂŒber eine aufwĂ€ndige WebprĂ€senz und betreibt den YouTube-Kanal MrKimDotcom,cite-ref-76[76] auf dem er u. a. humoristische Webvideos mit gesellschaftskritischem Hintergrund und Musikvideos veröffentlicht. Seinen ausschweifenden Lebensstil zeigte Dotcom mit der mehrfachen Teilnahme an der Gumball-3000-Rallye mit Fahrzeugen wie einem Mercedes-Brabus E V12, gecharterten Jachten und der Veröffentlichung von Online-Videos, die ihn an exotischen SchauplĂ€tzen oder beim GroĂen Preis von Monaco zeigen;cite-ref-wired-13-3[13] auch auf Twitter unterhĂ€lt er eine aktive PrĂ€senz. Dabei verbreitet er auch politische und verschwörungstheoretische Ansichten, unter anderen pro-russische Kommentare zum russisch-ukrainischen Krieg.cite-ref-77[77] So bezeichnete er den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als âprovoziertâcite-ref-78[78] und reproduziert regelmĂ€Ăig die Verschwörungstheorie vom âDeep Stateâ.cite-ref-79[79] Kim Dotcom ist sporadisch auch als Musiker aktiv. Im Jahr 2012 veröffentlichte er das Album Party Amplifier, auf dem u. a. ein Protestlied gegen Barack Obama mit dem Titel Mr President enthalten ist. An der Produktion war Printz Board beteiligt, der zuvor das âYes We Canâ fĂŒr Obamas Wahlkampagne 2008 geschrieben hatte.cite-ref-80[80] Seit 2011 hat Dotcom fĂŒnf Singles veröffentlicht, die auf seiner Website Kim.com kostenlos zum Download angeboten werden. Zu jedem Lied produzierte er auch ein Musikvideo. In der Nacht vom 31. Dezember 2013 auf den 1. Januar 2014 trat Dotcom beim neuseelĂ€ndischen âRhythm & Vinesâ-Festival auf, bei dem er seine Musik ĂŒber 25.000 Besuchern prĂ€sentierte.cite-ref-81[81] Im Januar 2014 erschien sein zweites Album Good Times.cite-ref-82[82]
Als leidenschaftlicher Videospieler erreichte Dotcom am 31. Dezember 2011 die Nummer-1-Position auf den internationalen Bestenlisten des Xbox-360-Spiels Call of Duty: Modern Warfare 3. Ein selbst veröffentlichtes Webvideo zeigt im Zeitraffer, wie Dotcom mehrere Stunden an der Konsole sitzt, bis er es mit seinem Pseudonym Megaracer auf den ersten Platz der Leaderboards fĂŒr Kills und Free-for-All schafft.cite-ref-83[83] Im September 2013 kĂŒndigte Dotcom an, auf Neuseelands erster Videospiel-Messe Digital Nationz in selbigem Spiel gegen 100 freiwillige Besucher anzutreten.cite-ref-84[84] Er besiegte 99 der Herausforderer.cite-ref-85[85]
Im FrĂŒhling 2014 grĂŒndete Kim Dotcom die neuseelĂ€ndische Partei Internet Party.cite-ref-86[86]cite-ref-87[87] Als Ziele nannte er gĂŒnstigere und schnellere Internetanbindung und mehr Sicherheit und Freiheit im Netz. AuĂerdem solle Neuseeland ein attraktiverer Platz fĂŒr Startups und Internet-Unternehmen werden.cite-ref-88[88] Dotcom darf weder ein Amt in der Partei bekleiden noch kandidieren, da er nicht die neuseelĂ€ndische StaatsbĂŒrgerschaft besitzt. Er finanziert aber die Arbeit der Partei. Die Partei bildete ein BĂŒndnis mit der im Parlament vertretenen Mana Party der Maori-Ureinwohner und gewann mit Laila HarrĂ© eine frĂŒhere Abgeordnete der neuseelĂ€ndischen GrĂŒnen als Parteivorsitzende und Spitzenkandidatin.cite-ref-89[89] Bei der Wahl errang die Internet Party aber nur 1,26 % der Stimmen, sie erhielt damit keinen Sitz im Parlament.cite-ref-90[90]
Privatleben
Kim Schmitz lieĂ seinen Nachnamen 2005 offiziell von Schmitz in Dotcom Ă€ndern.cite-ref-91[91] Er ist in dritter Ehe verheiratet und hat sechs Kinder, davon ein Kind aus erster Ehe.cite-ref-92[92] Im Mai 2014 verkĂŒndete Kim Dotcom die Trennung von seiner zweiten Frau.cite-ref-93[93]cite-ref-spon-1005569-94-0[94] Im Januar 2018 gab er per Twitter die Heirat mit der 23-jĂ€hrigen Elizabeth Donnelly bekannt.cite-ref-95[95]
Im November 2024 erlitt Dotcom laut eigenen Angaben einen schweren Schlaganfall.cite-ref-96[96]
Unternehmen
Megabox und Megakey
Dotcom hatte im Dezember 2011 â drei Wochen vor seiner Festnahme â den Musikvermarktungsdienst Megabox gestartet, ĂŒber den KĂŒnstlern direkt 90 % ihrer Einnahmen zuflieĂen sollten, was das GeschĂ€ftsmodell der Musikindustrie angreifen sollte.cite-ref-szmusikindustrie-97-0[97] In der Folge veranlasste die Universal Music Group die Löschung des Musikvideos Megaupload Song von YouTube, in dem Dotcom und bekannte KĂŒnstler wie unter anderen Alicia Keys oder Kanye West mitwirken und fĂŒr Megaupload werben.cite-ref-98[98] Das Video ist aber mittlerweile dort wieder abrufbar.cite-ref-99[99] In einer PresseerklĂ€rung sprach Dotcom von einer âKampagne, um Megabox zu sabotieren und Innovation zu blockierenâ.cite-ref-szmusikindustrie-97-1[97] Zudem plante Dotcom, alle Mega-Dienste kostenlos fĂŒr die Nutzer zur VerfĂŒgung zu stellen, die Megakey installiert hĂ€tten, eine Software, die auf allen Webseiten im Internet die vom Webmaster platzierte Werbung durch Werbung von Dotcom ersetzt hĂ€tte.cite-ref-szmusikindustrie-97-2[97]
Mega
â
Hauptartikel
:
Mega (Onlinedienst)
Mega ist eine von Kim Dotcom im Januar 2013 gestartete Website zum Upload von Dateien in eine Cloud. Besonderes Merkmal ist dabei die vor dem Upload erfolgende VerschlĂŒsselung mit einem RSA-Kryptosystem, bei der nur der jeweilige Nutzer ĂŒber die SchlĂŒssel verfĂŒgt. Somit ist der Zugang zu den Daten von Seiten des Unternehmens oder durch Dritte stark erschwert. Dementsprechend sind extern verlinkte Daten nur mit einem passenden Passwort lesbar.cite-ref-100[100] Ende Juli 2015 distanzierte sich Kim Dotcom in einer Fragerunde auf Slashdot öffentlich von Mega:cite-ref-101[101] âDas Unternehmen hat unter einer feindlichen Ăbernahme durch einen chinesischen Investor gelitten, nach dem in China wegen Betrugs gefahndet wird. [âŠ] Ich glaube nicht, dass eure Daten bei Mega noch sicher sind.âcite-ref-102[102]
Diskografie
Alben
âą 2012: Party Amplifier
âą 2014: Good Times
Singles
âą 2011: Megaupload Song (Mitwirkung von Will.i.am, P. Diddy, Kanye West, Chris Brown, Jamie Foxx, Kim Kardashian, Lil Jon, The Game, Floyd Mayweather, Serena Williams und Ciara)
âą 2012: John Banks Song
âą 2012: Mr President
âą 2012: Precious
âą 2012: Live my Life
âą 2012: Party Amplifier
âą 2016: Good Life
Dokumentarfilme / Podcast
âą Annie Goldson: Kim Dotcom: Caught in the Web. 2017, 107 Min.cite-ref-104[104]
âą Kriminelle Karrieren Kim Dotcom â König der Raubkopierer. ZDFinfo, 2016, 45 Min.cite-ref-105[105]
âą Wild Wild Web â Die Kim Dotcom Story. Bayern 2, 2021, Podcast mit 6 Folgen zu je ca. 25 Min.cite-ref-106[106]
âą Simplicissimus: Die Wahrheit ĂŒber Kim Dotcom, 2022, 18 Min.cite-ref-107[107]
Literatur
âą David Fisher: The Secret Life of Kim Dotcom: Spies, Lies and the War for the Internet. Paul Little Books, 2013, ISBN 978-0-473-26715-5.
Weblinks
Commons
: Kim Dotcom
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: Kim Dotcom
â in den Nachrichten
âą @1@2Vorlage:Toter Link/kim.comOffizielle Website (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2025. Suche in Webarchiven)
âą X-Account von Kim Dotcom
âą Urteil vom 23. MĂ€rz 1998 â 6 KLs 315 Js 18225/94 â âHacker-Kimbelâ, Landgericht MĂŒnchen (Memento vom 22. MĂ€rz 2013 im Internet Archive) contramotion.com
⹠Kimble aka Kim Schmitz: Mit Megaupload wieder im GeschÀft. (Memento vom 27. Dezember 2013 im Webarchiv archive.today) gulli.com, 20. September 2007.
âą Internet-Schwergewicht. Kim Schmitz alias Kimble alias Dotcom alias Dr. Evil. Welt Online, 20. Januar 2012.
Einzelnachweise
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